Echter Gesundheitsimpuls oder nur ein Monats-Trend?
Januar ist nicht nur der Monat der Diäten. Auch Dry January und Veganuary haben Hochsaison.
Ein Monat ohne Alkohol.
Ein Monat vegan essen.
Die Idee dahinter: bewusst verzichten, den Körper entlasten, neu starten. Doch was bringt das wirklich – und für wen ist es sinnvoll?
Doch was passiert wirklich im Körper?
Beide Konzepte versprechen einen „Reset“. Doch ein echter Reset ist kein Knopfdruck, sondern ein Prozess.
Schauen wir uns deshalb nüchtern und differenziert an, was ein alkoholfreier oder veganer Monat tatsächlich bewirken kann – und wo die Grenzen liegen.
Dry January – was verändert sich konkret?
- Leber & Stoffwechsel
Alkohol wird in der Leber abgebaut. Schon kleine Mengen binden dort Kapazität, die sonst für andere Stoffwechselprozesse nötig wäre.
Ein alkoholfreier Monat kann:
- die Leber entlasten
- Fettstoffwechselprozesse unterstützen
- Entzündungsprozesse im Körper reduzieren
Wichtig: Die Leber regeneriert sich nicht „magisch“ in 30 Tagen. Sie profitiert vor allem dann, wenn danach bewusster konsumiert wird.
- Schlaf & Nervensystem
Alkohol macht zwar müde, verschlechtert aber die Schlafqualität.
Ohne Alkohol berichten viele über:
- weniger nächtliches Aufwachen
- tieferen Schlaf
- ruhigeren Puls in der Nacht
Das entlastet das Nervensystem – vor allem nach einem oft stressigen Jahresende.
- Appetit & Blutzucker
Alkohol beeinflusst:
- Blutzuckerregulation
- Hungergefühl
- Entscheidungsverhalten beim Essen
Ohne Alkohol:
- stabilisiert sich der Appetit oft
- nächtliches Snacken nimmt ab
- Heisshunger kann zurückgehen
Nicht als Diät-Effekt, sondern als Nebenwirkung von Entlastung.
- Psychologische Ebene
Hier liegt der grösste Gewinn.
Dry January macht sichtbar:
- Wann trinke ich aus Gewohnheit?
- Wann zur Entspannung?
- Wann aus sozialem Druck?
Diese Erkenntnisse sind wertvoller als jeder alkoholfreie Monat für sich.
Veganuary – was passiert bei pflanzlicher Ernährung im Winter?
- Verdauung & Darm
Mehr pflanzliche Kost bedeutet meist:
- mehr Ballaststoffe
- mehr sekundäre Pflanzenstoffe
- mehr Vielfalt für das Darmmikrobiom
Das kann:
- die Verdauung anregen
- das Darmmilieu positiv beeinflussen
- das Sättigungsgefühl verbessern
Voraussetzung: abwechslungsreich und ausreichend essen.
- Entzündungsprozesse
Eine gut zusammengestellte pflanzliche Ernährung kann:
- entzündungsfördernde Faktoren reduzieren
- antioxidative Prozesse unterstützen
Vor allem, wenn:
- viel frisches Gemüse
- hochwertige Fette
- wenig stark verarbeitete Ersatzprodukte
verwendet werden.
- Kritische Nährstoffe – realistisch betrachtet
Gerade im Winter braucht dein Körper Substanz.
Bei veganer Ernährung besonders relevant:
- Protein (Menge & Qualität)
- Vitamin B12
- Eisen
- Omega-3-Fettsäuren
- Jod
Ein Veganuary funktioniert dann gut, wenn diese Punkte bewusst berücksichtigt werden.
Ohne Planung kann es sonst zu:
- Müdigkeit
- Leistungsabfall
- Kältegefühl
- Heisshunger
kommen.
- Mentale Belastung
Für manche ist Veganuary inspirierend.
Für andere wird er schnell stressig:
- Was darf ich noch essen?
- Esse ich „richtig“?
- Wie erkläre ich mich im Alltag?
Gesundheit entsteht jedoch nicht unter Daueranspannung.
Nachhaltigere Alternativen – mit Langzeitwirkung
Statt „alles oder nichts“ können diese Ansätze wirksamer sein:
Alkohol
- 2–3 alkoholfreie Tage pro Woche
- bewusste Entscheidung statt Automatismus
- Qualität vor Quantität
Ernährung
- überwiegend pflanzlich, nicht dogmatisch
- tierische Produkte bewusst auswählen
- Fokus auf Nährstoffdichte statt Regeln
Grundhaltung
- Hinzufügen statt Weglassen
- Entlasten statt kontrollieren
- Wahrnehmen statt bewerten
Fazit: Was bringt dir wirklich etwas?
Dry January und Veganuary können wertvoll sein. Aber nicht als Mutprobe oder Selbstoptimierung.
Ihr eigentlicher Nutzen liegt in der Frage: Was verändert sich – und was davon möchte ich behalten?
Gesundheit entsteht nicht im Januar. Sie entsteht im Alltag.
Nicht durch Vorsätze, sondern durch Entscheidungen, die zu deinem Leben passen.
Dein wellvida-Team



