Kaum ein Wort begegnet einem in der Beautywelt momentan so häufig wie "Kollagen", bzw. "Collagen". Es verspricht straffere Haut, weniger Fältchen und eine Art ewige Jugend. Kein Wunder, dass man irgendwann skeptisch wird. Aber was ist Kollagen eigentlich und was macht es wirklich in unserer Haut?
Was ist Kollagen und warum ist es für die Haut so zentral?
Kollagen ist ein Eiweiss, genauer gesagt das am häufigsten vorkommende Strukturprotein im menschlichen Körper. Es findet sich in Haut, Knochen, Sehnen, Bändern und Knorpel. Allein in der Haut macht Kollagen rund 70 bis 80 Prozent der Trockenmasse aus. Damit ist es so etwas wie das Grundgerüst, auf dem alles aufbaut.
Es gibt verschiedene Kollagentypen: über 28 sind bisher bekannt. In der Haut dominiert vor allem Typ I, der für Zugfestigkeit und Struktur verantwortlich ist. Einfach gesagt: Ohne genug Kollagen hält die Haut einfach weniger zusammen.
Was Kollagen in der Haut konkret tut
Stell dir Kollagen wie ein dichtes, dreidimensionales Netz vor, das unter der Hautoberfläche liegt. Dieses Netz erfüllt drei wesentliche Aufgaben:
- Struktur & Festigkeit: Kollagenfasern geben der Haut ihre mechanische Stabilität. Sie sorgen dafür, dass die Haut Zug und Druck standhält.
- Elastizität: Zusammen mit Elastin – einem anderen Strukturprotein – ermöglicht Kollagen, dass die Haut nach dem Dehnen wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehrt.
- Feuchtigkeit: Kollagen kann Wassermoleküle binden und trägt so dazu bei, dass die Haut prall und geschmeidig bleibt.
Ab wann verändert sich die körpereigene Produktion?
Der Körper produziert Kollagen von Natur aus selbst und das tut er jahrelang ganz gut. Etwa ab dem 25. Lebensjahr beginnt die Produktion jedoch langsam, aber stetig abzunehmen. Die gängigen Schätzungen sprechen von rund 1 bis 1,5 Prozent weniger pro Jahr.
Das klingt nach wenig, über Jahrzehnte summiert sich dieser Rückgang aber deutlich. Irgendwann merkt die Haut, dass das Netz lichter wird: Sie wird dünner, trockener, und die kleinen Fältchen, die sich beim Lachen bilden, verschwinden nicht mehr so schnell, wie sie gekommen sind.
Das ist kein Schönheitsproblem, sondern schlicht Biologie. Und kein Grund zur Panik, wohl aber ein guter Grund, mehr darüber zu wissen.
Was sagt die Forschung?
- Es gibt Studien, die darauf hindeuten, dass oral zugeführte Kollagenpeptide in der Haut nachweisbar sind und dort möglicherweise die Eigensynthese anregen können. Die Studienlage ist vielversprechend, aber noch nicht abschliessend.
- Topisch aufgetragenes Kollagen (also in Cremes) hat aufgrund der Molekülgrösse kaum eine Chance, tief in die Haut einzudringen. Es kann allerdings an der Oberfläche feuchtigkeitsbindend wirken.
- Lebensstil, Ernährung und Sonnenschutz haben einen gut belegten Einfluss auf die Kollagengesundheit. Dazu mehr im Blogartikel Kollagenbildung fördern.
Kollagen von aussen: Was ist möglich, was nicht?
Ob Kollagen-Drinks, -Kapseln oder -Pulver – der Markt ist voll davon. Was kann man davon halten?
Grundsätzlich gilt: Wenn Kollagen oral aufgenommen wird, wird es im Verdauungstrakt zunächst in Aminosäuren und Peptide zerlegt. Diese Bausteine stehen dem Körper dann für verschiedene Prozesse zur Verfügung, unter anderem potenziell für die körpereigene Kollagensynthese. Ob und in welchem Mass das die Haut direkt beeinflusst, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Vera von wellvida
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.



