29.06.2023
 

Sonnenschutz und Hautpflege

Jetzt endlich ist er da, der Sommer. Die Tage sind lang und versprechen die höchste Anzahl von Sonnenscheinstunden in unseren Breitengraden. Klar, dass wir da so viel wie nur irgendmöglich die Zeit draussen verbringen wollen. Gemütlich im Liegestuhl im eigenen Garten, beim Baden am See oder beim zu Berge gehen. Bei viel Sonne und Licht braucht es auch den entsprechenden Schutz vor der Sonne.

Priska Moser, Sie sind Geschäftsleiterin der Drogerie Oberli in Schüpfen und haben uns wertvolle Ratschläge, wie wir den Sommer ohne Sonnenbrand verbringen können.

Wellvida: Was gilt es ganz im allgemeinen zu beachten in der sonnenreichsten Jahreszeit?

Priska Moser: Gut ist, die Haut grundsätzlich zu schützen. Einerseits mit leichter, langärmliger Kleidung. Damit so wenig Haut wie möglich voll an die Sonne kommt. Die Stellen, die man so nicht schützen kann am besten mit Sonnencrème einreiben. Gerade auch das Gesicht. Im Hochsommer vermeidet man besser, sich um die Mittagszeit in der Sonne aufzuhalten. Und sicher ist es ratsam, sich langsam an die intensive Sonnenbestrahlung zu gewöhnen, nur kurze Sequenzen draussen zu verbringen und sich zu Beginn sich nicht stundenlang der Sonne auszusetzen.

Wellvida: Es gibt eine grosse Auswahl an Produkten. Wie finde ich jetzt heraus, welcher Schutz für mich geeignet ist?

Priska Moser:   Je heller die Haut, je höher der Schutzfaktor. Bei heller Haut, blauen Augen und blonden Haaren brauchtes den Faktor 50. Bei mittelbrauner Haut, grünen oder braunen Augen, braunen oder dunklen Haaren ab Schutzfaktor 25 bis 30. Je nach Hauttyp empfehle ich eine Crème oder ein Gel oder wer gerne die Sonnencrème in Sprayform anwendet, darf dies gerne. Öl würde ich bei hoher Sonneinstrahlung im Hochsommer nicht verwenden. Vor allem für Personen mit sehr empfindlicher Haut empfehle ich eine Sonnencrème ohne Emulgatoren, Parfum und Fett.

Wellvida: Kinder haben eine extrem feine und sensible Haut. Was empfehlen Sie für unsere Kleinsten?

Priska Moser: Die feine Haut der Kleinen sollte man so wenig wie möglich dem direkten Sonnenlicht aussetzen. Gerade bei den Kindern ist es wichtig, so gut wie möglich mit Kleider, Kopfbedeckung und Sonnenbrille die Haut und die Augen vor der Sonne zu schützen. Für die Hautpartien eine Sonnencrème mit einem mineralischen Filter und einem hohen Licht- schutzfaktor verwenden und grosszügig so wie mehrmals am Tag eincrèmen.

Wellvida: Natürliche Crèmes sind voll im Trend, wie sehen Sie das beim Sonnenschutz: besser einen natürliche Crème verwenden oder eine Chemische?

Priska Moser:

So direkt kann man das nicht sagen, dass eine natürliche Sonnencrème besser ist als eine chemische. In einer natürlichen Crème sind Wirkstoffe enthalten, die die Haut im Gesamten unterstützen. Die Inhaltsstoffe beim natürlichen Sonnenschutz sind mineralisch. Diese geben den Schutz auf der Haut. Bei den chemischen Sonnencrèmes mit einem chemischen Filter muss der Wirkstoff in die Haut und dort seine Wirkung vollbringen, damit die Haut geschützt ist.

Wellvida: Ist in dem Fall die natürliche Sonnencrème schneller auch wieder weg, abgespült, wenn man baden geht?

Priska Moser: Wenn man kurz im Wasser ist, bleibt bei beiden Varianten die Wirkung gleich gut. Sobald man länger drin bleibt spült es beide Sonnencrèmes weg. Weil sich die Haut aufweicht und die Poren aufgehen. Also muss man sicher mit beiden nachcrèmen, wenn man wieder aus dem Wasser kommt.

Wellvida: Um sich besser gegen die Sonne zu schützen kann der Schutz auch von innen kommen. Was konkret können wir da tun? Mehr Rüebli essen?

Priska Moser: (schmunzelt) Man müsste einfach ein wenig viel davon essen, damit man auf die optimale Menge kommt. Oder besser gesagt auf das Betacarotin, das für die Haut diese Wirkung bringt. Der Nebeneffekt von viel Rüebli essen ist, dass sich die Haut auch ein wenig verfärbt. Das möchte man vielleicht nicht unbedingt.

Aber es gibt die Möglichkeit, Tabletten oder von Brausetabletten einzunehmen, die unter anderem Betacarotin oder die Karotinoid enthalten. Andere wertvolle Wirkstoffe sind höher dosiertes Kalzium, aber auch Vitamin C, Vitamin E.

Sie beeinflussen die Hautstruktur positiv, so dass die Barrierefunktion der Haut gewährleistet ist. Das sorgt dafür, dass der Stress der Haut und damit auch allergische Reaktionen vermindert werden können und die Haut weniger empfindlich gegenüber der Sonne wird.

Wellvida: Wenn es nun mal trotz allem Crèmen und gut einkleiden zum Sonnenbrand kommt, was raten Sie da?

Priska Moser: Dann ist kühlen und befeuchten der geröteten Stellen angesagt. Mit einer Aloe Vera-haltigen Gel oder anderes was kühlend wirkt.

Wellvida: …wie zum Beispiel Gurken?

Priska Moser: (schmunzelt) Ja mit Gurken kann man das auch machen, wenn man will. Es kommt natürlich drauf an, an welcher Stelle man den Sonnenbrand hat. Hauptsache ist einfach, die Feuchtigkeit zurückzugeben. Das hilft auch, die Haut zu beruhigen. Für Stellen, die zu rot sind, die sehr staken Sonnenbrand aufweisen, für die gibt es auch einen Schaumspray. So dass man die empfindliche Stelle nicht berühren muss, sondern nur aufsprayen und einwirken lassen kann.

Wichtig ist auch, dass man dann die geröteten Stellen abdeckt und diese nicht mehr der Sonne aussetzt. Sich mit leichter Kleidung schützt, sich nur am Schatten aufhält und dann sicher ein hoher Sonnenschutzfaktor einreibt.

Wellvida: So oder so braucht unsere Haut nach dem Sonnenbad eine intensive Pflege. Wie machen wir das am besten?

Priska Moser: Eine sehr gut befeuchtende Körperlotion, die sehr gut auftragbar ist. Die auch Inhaltsstoffe aufweist, die die Haut beruhigen. So dass sich die Haut über Nacht wieder erholen kann und wieder bereit ist für den nächsten sonnigen Tag.

Herzlichen Dank für das Gespräch, Priska Moser.

Mit diesen Ratschlägen können Sie den Sommer bestimmt in vollen Zügen geniessen. Ganz ohne Sonnenbrand. Jetzt fehlt uns nur noch der passende, grosse Strohhut.

Passende Artikel zu diesem Thema

Autor
Lis Eymann
Tags
Pflege & Beauty

Ähnliche Beiträge